Ein Buch öffnet das Tor ins unbekannte Strahlenland – in unser Projektgebiet
Bernd Ehmler ist Mitglied des Vereins und arbeitet seit über elf Jahren als freier Journalist bei einem Verlag im Hochtaunuskreis. Im Winter des Jahres 2005 schloss er sich einem Hilfstransport des Bad Homburger Vereins „Den Kindern von Tschernobyl“ in den 2200 Kilometer entfernten weißrussischen Landkreis Tscherikow an, der nach dem GAU von Tschernobyl am 26. April 1986 bis heute noch gebietsweise radioaktiv hoch belastet ist.
Fuhren die Mitglieder früherer Hilfstransporte immer gut gelaunt gen Tscherikow, kamen sie in sich gekehrt wieder zurück. Sie sind nach ihrer Abfahrt wie in einem Nebel verschwunden und tauchten aus ihm bei ihrer Ankunft wieder auf. Was sie in der Zwischenzeit erfahren und erlebt hatten, blieb im Dunkeln.
Der Autor wollte mit seiner Reise Licht in dieses Dunkel bringen, da der Zuspruch der Menschen in Bad Homburg und Umgebung für die Arbeit des Vereins sehr hoch ist.
Was Bernd Ehmler im Landkreis Tscherikow erlebte waren Armut, Elend und unfassbare Zustände, aber auch eine große Gastfreundschaft der Menschen in Weißrussland. Genau so nachdenklich wie andere vor ihm, kam er wieder zurück. Er hat alle seine Erlebnisse aus insgesamt vier Reisen in die verstrahlte Region aufgeschrieben und möchte sie so einem breiteren Publikum zugänglich machen.
Über Weißrussland ist hierzulande kaum etwas bekannt. Das Einzige, was aus diesem Land bekannt ist, ist, dass es es von einem autokratischen Präsidenten regiert wird, als letzte Diktatur Europas. Um so erstaunlicher ist es, dass es für Bernd Ehmler möglich war, mit Kamera und Notizblock durch dieses Land zu reisen. Es öffneten sich viele Türen, die Menschen waren offen und ehrlich und berichteten ihm als Zeitzeugen freimütig über ihre Lebensumstände. So bekam der Autor umfangreiche Einblicke in ein „unbekanntes Strahlenland“, auch wenn seit der zweiten Reise der weißrussische Geheimdienst nicht nur ein Auge auf den Autor geworfen hat und ihn vor Ort beobachtete.
Über 25 Jahre sind seit dem GAU von Tschernobyl vergangen. Diese 25 Jahre mit dem Leben mit der Radioaktivität und seinen Folgen hat Bernd Ehmler beschrieben. Angefangen von der Bäuerin Elena Sarkowina, die einen gelblichen Nebel bei ihrem Dorf niedergehen sah bis heute, wo vor allem Kinder, die schon die „Enkel von Tschernobyl“ sind, besonders unter der immer noch währenden Strahlung zu leiden haben. Über die ersten Jahre nach der Atomkatastrophe erhielt Bernd Ehmler wertvolle Informationen und Bildmaterial von Ute und Hans Jürgen Winkler, die die Bad Homburger Initiative „Den Kindern von Tschernobyl“ gegründet haben, die bis zum Jahr 2007 bestand. Über 20 Mal war Hans Jürgen Winkler damals noch in der ehemaligen Weißrussischen SSSR der ehemaligen Sowjetunion unterwegs. Seine und Ute Winklers Erlebnisse sind mit in das Buch eingeflossen.
Seit Dezember 2007 gibt es unseren Verein „Patenschaften für Tschernobylkinder Bad Homburg“. Nach Bernd Ehmlers ersten Reise im Jahr 2005 folgten weitere Reisen in den Jahren 2007, 2008 und 2010 in die Tschernobylregion im weißrussischen Landkreis Tscherikow, der das Projektgebiet unseres Vereins ist, in dem die Mitglieder in ehrenamtlicher Arbeit Waisenkinder und Kinder aus sozial schwachen Familien betreuen.
Auf die Atomkatastrophe von Fukushima wird am Ende des Buchs auch noch kurz eingegangen. Es gibt Parallelen zu den Ereignissen in Tschernobyl von vor 25 Jahren: Es fallen Bomben auf Libyen und die Verantwortlichen in Japan rücken nicht mit der ganzen Wahrheit heraus, vertuschen und verharmlosen. Die leidtragenden sind die Menschen in den betroffenen Gebieten. Wie es auf Jahrzehnte in nach einem atomaren GAU radioaktiv belasteten Gebieten zugeht, kann man im Buch „Unbekanntes Strahlenland“ auf 356 Seiten nachlesen.
Unbekanntes Strahlenland
Einblicke in das Leben von Menschen in radioaktiv belasteten Gebieten in Weißrussland
356 Seiten, 133 Fotos, 2 Grafiken
ISBN 9783842335752
Das Buch ist in allen Buchhandlungen und Online-Buchhandlungen für 33,90 Euro erhältlich. Es kann auch direkt bei unserem Verein bestellt werden:
Patenschaften für Tschernobylkinder Bad Homburg e.V.
Michael Grüning
Ober-Eschbacher Straße 47
61352 Bad Homburg v.d.H.
Tel. 06172-399942, Fax: 06172-399708, E-Mail: Michael Grüning michael.gruening[at]t-online.de oder Bernd Ehmler info-ehmler[at]t-online.de.