Hilfstransporte unseres Vereins nach Tscherikow 
Wenn es nötig ist, organisiert unser Verein Hilfstransporte in den Landkreis Tscherikow. Der letzte fand im Mai 2009 statt. Geliefert wurden vorrangig Kleidung und Hygieneartikel, Spielsachen, Schulmobiliar, Computer, Drucker und Kopierer mit den jeweiligen Verbrauchsmaterialien für Schulen sowie persönliche Hilfspakete an besonders bedürftige Familien und an die Paten.
Bei der Erkundungsfahrt von Vereinsmitgliedern im November 2008 und April 2009 wurde festgestellt, dass Kleidung zur absoluten Mangelware geworden ist. Kleidung ist in Weißrussland in etwa so teuer wie hierzulande nur mit dem Unterschied, dass ein Weißrusse in der Region Tscherikow umgerechnet 100 bis 150 Euro im Monat verdient, wenn er denn Arbeit hat. Viele Menschen nehmen einen Kredit für Kleidung auf, für den sie 15 Prozent Zinsen zahlen müssen.
Auch Schulmobiliar ist dringend erforderlich, besonders in den Dorfschulen. Und Computer und Kopierer erleichtern dort die Arbeit erheblich, sind aber meist nicht vorhanden.
Hier haben uns Firmen aus Stuttgart und Trier unterstützt, die die Kopierer, Computer und Drucker zur Verfügung gestellt haben, die Vereinsmitglieder mit dem Vereinsbus dort abgeholt haben. Bei der Kleidung hat uns das Deutsche Rote Kreuz, Kreisverband Hochtaunus, und die vielen Spender unterstützt. Das Schulmobiliar – 60 Tische und über 100 Stühle – wurde uns von einer Schule aus dem Hochtaunuskreis gestiftet.
Der Verein besitzt ein Lager, dass aber aus allen Nähten platzte. Zuvor wurde die Kleidung sortiert, denn nur Kleidung, die die Vereinsmitglieder selbst anziehen würden, geht auf die Reise ins ferne Tscherikow. Insgesamt konnte Kleidung mit einem Gesamtgewicht von zweieinhalb Tonnen in den Sattelzug verladen werden. Der Der Wert aller verladenen Hilfsgüter mit einem Gesamtgewicht von neuneinhalb Tonnen wurde auf den Transportlisten mit 27.000 Euro angegeben.
Und so war der gemietete 40-Tonnen-Sattelzug schnell gefüllt mit all den Hilfsgütern. Neben dem Beladen des Lkws macht im Vorfeld das penibel genaue Ausfüllen der Lade- und Transportlisten, auf dem jeder Artikel mit Gewicht angegeben sein muss, große Mühe. Auch muss der jeweilige Empfänger notiert sein. Die geringste Abweichung verhindert beim weißrussischen Zoll den Grenzübertritt. Der Sattelzug muss vom deutschen Zoll verplombt werden. Die Grenzkontrolle beim polnischen und weißrussischen Zoll dauert in der Regel zehn bis zwölf Stunden. Beim letzten Hilfstransport waren es gar 23 Stunden an der weißrussischen Grenze, bis alle Formalitäten – zwölf Stempel auf einer sogenannten Laufkarte – erledigt waren.
Drei Vereinsmitglieder und zwei Freunde des Vereins machten sich auf auf die 56-stündige Reise von Bad Homburg nach Tscherikow. Groß war die Freude der Menschen in Tscherikow und in den Dörfern sowie im Waisenhaus und bei den Schulen, als sie nach einer letzten Prüfung durch den örtlichen Zoll in Kritschow, 30 Kilometer von Tscherikow entfernt, die Hilfsgüter in Empfang nehmen konnten.