Kinder im Patenschaftsprojekt
Hier werden einige Kinder vorgestellt, die über unseren Verein Paten haben:
Die zwölfjährige Oxana (r.) wohnt bei ihrer Oma in Tscherikow, nachdem ihre Mutter nach einem Streit mit ihrem Lebensgefährten ums Leben kam. Oxanas Vater lebt schon seit Jahren in einer anderen Familie und hatte seither keinen Kontakt zu seiner Tochter. Oxana hat bereits 16 Gesichtsoperationen hinter sich. Immer wieder kommt es zu blumenkohlartigen Wucherungen im Bereich ihrer Nase. Die 17. Operation ist bereits angesetzt. Sie ist trotz allem ein sehr lebensbejahendes Kind und hat Paten in Bad Homburg. Auf dem Bild ist sie mit ihrer Freundin Kristina zu sehen, die ebenfalls in unserem Patenschaftsprojekt war. Sie lebte in Lubanovka bei ihrer 75-jährigen Oma, wo sie ihr bei der Hausarbeit half, insbesondere beim Wasserholen am Dorfbrunnen, was die Oma nicht mehr schaffte. Nach vielen Jahren erinnerte sich Kristinas Mutter an ihre Tochter, die woanders lebte, und ist mit ihr in die Großstadt Gomel, die im Süden Weißrusslands noch näher an Tschernobyl liegt, gezogen.
Die zwölfjährige Marina wohnt in Tscherikow bei einer Adoptivfamilie, die selbst fünf eigene Kinder hat. Marina kam verwahrlost ins Tscherikower Waisenhaus, da sich ihre leiblichen Eltern aufgrund massiver Alkoholprobleme nicht mehr um sie gekümmert haben. Immer wieder hoffte sie im Waisenhaus, dass sich zumindest ihre Mutter an sie erinnern würde und dass sie zurück zu ihren Eltern könne. Manchmal erinnerte sich ihre Mutter an ihre Tochter. Sie kam betrunken ins Waisenhaus, um ihre Tochter zu sehen.
Den Eltern wurde nach längerer Zeit das Sorgerecht entzogen und Marina hatte Glück, eine Adoptivfamilie zu finden, in der sie sich, wie sie selbst sagt, sehr wohl fühlt. Ihre Adoptivgeschwister nennt sie „meine Brüder“ und „meine Schwestern“. Marina hat Paten in Oberursel.
Vitali (8) und Marina (14) leben zusammen mit ihrem Bruder Konstantin unter ärmlichsten Verhältnissen bei ihrem Vater in Lubanovka. Die Mutter sitzt im Gefängnis. Der Vater kümmert sich aufopferungsvoll um seine drei Kinder, die Paten in Köln und Bad Homburg haben. Er arbeitet als Nachtwächter in der Dorfschule von Lubanovka und steckt jeden verdienten weißrussischen Rubel in Mahlzeiten für seine Kinder. Für viel mehr reicht es nicht. Hinzu kommt, dass Vitali schwer herzkrank ist.
Der zehnjährige Maxim (links) kommt aus Retschitza und konnte bei der Kinderfreizeit 2009 seine Patin aus Bad Homburg kennenlernen. Auch er stammt aus ärmlichsten Verhältnissen aus einer Familie mit sozialen Problemen. Der Vater ist seit Jahren spurlos verschwunden.
Die neunjährige Olga (rechts) kommt aus dem Dorf Sokolowka, von dem die Tscherikower sagen, „dieses Dorf ist aus der Welt“. Olga hat noch drei Geschwister, die Eltern haben Alkoholprobleme. Doch trotz dieser Umstände können sie sich glücklich schätzen, als Putzfrau und als Hausmeister an der Dorfschule von Sokolowka Arbeit zu haben. Doch es fällt schwer, in einem abgeschiedenen Dorf wie Sokolowka vier Kinder und sich selbst „über Wasser“ zu halten. Olga hat Paten in Oberursel.
Die Schicksale aller Patenkinder aus unserem Verein könnten hier aufgelistet werden. Einen Eindruck, woher die Kinder kommen und wie sie leben, erhält man unten in der Ruprik „Fotos“ und dann „Dörfer im Projektgebiet“. Die Patenkinder werden von Vereinsmitgliedern vor Ort und auch von Wala und Andrej Baranow(a) sowie von Swetlana Prozenka besucht. Bei unseren Besuchen übergeben wir gerne persönliche Geschenke der Paten an ihre Patenkinder und nehmen Briefe der Patenkinder an ihre Paten entgegen.
Ein schöner Moment ist es, wenn die Patenkinder im Rahmen ihres Erholungsaufenthalts die Patenkinder persönlich kennenlernen. Kleine Fotogalerien von unseren Besuchen vor Ort bei den Patenkindern und ihren Familien und vom Kennenlernen der Paten finden Sie hier auf dieser Seite in den Untermenüs „Besuch bei Patenkinder“ und „Paten lernen Kinder kennen“.