Unser Projektgebiet
Das Projektgebiet liegt etwa 2100 Kilometer von Bad Homburg, 300 Kilometer südöstlich der weißrussischen Hauptstadt Minsk und 200 Kilometer nördöstlich des havarierten Reaktors von Tschernobyl entfernt. Im Landkreis Tscherikow leben 18.100 Menschen auf einer Fläche von rund 1000 Quadratkilometern. Der Landkreis besteht aus 121 Dörfern. 43 Prozent des Kreises Tscherikow sind reine Waldfläche, 51,6 Prozent stehen der Landwirtschaft zur Verfügung. Angebaut werden hauptsächlich Weizen, Kartoffeln sowie Mais, und das auf einem Territorium mit einer Verstrahlung von fünf bis über 40 Curie pro Quadratkilometer Cäsium -137 und mehr. Zum Vergleich: In Deutschland gilt ein Grenzwert von 0,5 Curie pro Quadratkilometer in der Nähe von Atomkraftwerken.
Tscherikow liegt in einem mittelschwer kontaminierten Gebiet am Rande einer Sperrzone (siehe Strahlenkarte). In der Strahlenkarte ist die Lage Tscherikows im oberen Bereich mit einem dicken schwarzen Punkt markiert, auf den ein roter Pfeil zeigt. Die Menschen in den Dörfern um Tscherikow sind größtenteils bitterarm. Viele von ihnen haben nicht ausreichend Kleidung und zu Essen. Sie leben in zum Teil eingefallenen Häusern, in denen das Glas der Fenster fehlt.
Etwa 3000 Kinder stehen auf einer Bedürftigenliste des örtlichen Waisenhauses, dem „Prijut“, das zusammen mit dem örtlichen Schulamt der direkte Ansprechpartner und Anlaufpunkt unseres Vereins ist. Die Kinder leben in Armut und Elend auf radioaktiv verseuchtem Boden, haben keinerlei Perspektiven und besonders ihre Gesundheit ist stark gefährdet.
Derzeit sind von diesen 3000 Kindern 60 durch den Verein „Patenschaften für Tschernobylkinder Bad Homburg“ erfasst; nach und nach sollen durch den Verein weitere betroffene Kinder in das Patenschaftsprojekt aufgenommen werden.
Wer ist an der Projektarbeit beteiligt?
Die Vorbereitung und Durchführung der Projektarbeit erfolgt zusammen mit unserem Partnerverein "Hoffnung für die Zukunft" in der weißrussischen Hauptstadt Minsk, mit dem Schulamt in Tscherikow, mit unserem Büro in Veremejki und mit dem örtlichen Waisenhaus mit ihrer Leiterin Swetlana Prozenka. In den Schulen und im Waisenhaus erhalten die Kinder eine ausgewogene Mahlzeit; im Waisenhaus werden sie darüber hinaus erst einmal entsprechend eingekleidet. Wichtig für die Kinder ist neben einer regelmäßigen Mahlzeit und vor allem im Winter wärmende Kleidung eine gute Schulbildung, denn nur mit dieser besteht eine große Chance, dass sie ihre Lebenssituation ändern können. Deswegen unterstützt unser Verein neben den Kindern und deren Familien auch viele Schulen im Projektgebiet mit zum Beispiel Lehrmaterial und Ausstattung, damit ein einigermaßen vernünftiger Unterricht gegeben werden kann. So konzentriert sich die Arbeit unseres Vereins nicht nur auf die direkte Unterstützung der Kinder, sondern hat auch die Verbesserung der Lebensumstände in ihren Familien und der ganzen Region im Blick. Die Aktivitäten des Vereins haben zum Ziel, der gesamten Gemeinschaft ein menschenwürdiges und selbstständiges Leben zu ermöglichen. Diese Zielsetzung hat der Verein mit den Erziehungsberechtigten der Patenkinder und den übrigen an der Projektarbeit beteiligten Institutionen abgesprochen.